Pressemitteilung

Jusos Frankfurt fordern Verzehnfachung der Soforthilfe für Haiti – Bisherige Hilfsleistungen der Bundesregierung sind eine „De-facto“-Verweigerung

Die Jusos Frankfurt verurteilen die von der Bundesregierung als Soforthilfe zugesagten 1,5 Millionen Euro als beschämend und eine „De-facto“-Verweigerung sich ernsthaft um die Rettung von Menschenleben zu bemühen.

Dazu Juso-Sprecher Christian Heimpel: „Wenn es nicht so fürchterlich traurig wäre, könnte man über die Aussage Merkels, dass Deutschland wo immer es kann, den Menschen in Haiti beistehen würde, nur lachen. Angesichts der horrenden Summen, die für Steuerentlastungen und Soforthilfen für unsere ach so wertvollen Banken aufgebracht werden, sind die Haiti versprochenen Unterstützungsleistungen erbärmlich.“

„Es geht hier um Menschen!“, ergänzt Sprecher-Kollege Mike Josef, „Menschen, die gerade unvorstellbares Leid erfahren müssen. Dass bei der Verteilung von öffentlichen Geldern so offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird, kann nur durch Ignoranz, zynischen Egoismus oder schlicht Dummheit erklärt werden.“

Die Jusos Frankfurt fordern deshalb die Bundesregierung auf, die Soforthilfe für Haiti unverzüglich um mindestens das Zehnfache zu erhöhen und Personal wie Material in angemessener Zahl und Höhe bereit zu stellen.

Die Jusos Frankfurt mahnen zudem den Entwicklungsminister wider Willen Dirk Niebel, sich der Wichtigkeit seines Ressorts und damit seines Amtes endlich bewusst zu werden und ebenfalls auf eine höhere Soforthilfe zu drängen. Jetzt ist nicht die Zeit für Feigheit und blinde Gefolgschaft!

Josef: „Es passt einfach nicht zusammen! Auf der einen Seite betont die Bundesregierung immer wieder ihre internationale Führungsrolle. Auf der anderen Seite preisen Merkel und Westerwelle bereits mit stolz geschwelter Brust die Großzügigkeit Deutschlands, wenn man angesichts einer solchen Katastrophe Hilfsleistungen in Höhe der Bonuszahlung eines mittelmäßigen Managers entrichtet. Von der gespielten Betroffenheit unserer politischen Elite können sich die Haitianer jedoch im wahrsten Sinne des Wortes nichts kaufen.“

Heimpel schließt ab: „Gemessen an den Maßstäben einer großen Industrienation mit internationalem Führungsanspruch, sind 1,5 Millionen Euro unwürdig und nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.“