Eine kurze Geschichte der Jusos

Die Anfangsjahre

Die Geschichte der Jusos ist fast so alt wie das 20. Jahrhundert. Eigentlich noch älter, da schon Mitte des 19. Jahrhunderts Arbeiterinnen und Arbeiter und natürlich auch die Jugend überall auf der Welt beschlossen, selbst etwas gegen ihre unerträgliche Lebenssituation zu unternehmen.
Anlass zur Gründung des ersten Arbeiterjugendvereins war der Selbstmord des Schlosserlehrlings Paul Nehring in Berlin. Dieser setzte seinem Leben 1904 ein Ende, nachdem er die Misshandlungen seines Lehrmeisters nicht mehr ertragen konnte. Bereits in den Anfangsjahren war die Arbeit nicht auf Deutschland beschränkt. So gründete sich 1907 in Stuttgart die „Sozialistische Jugendinternationale“. Der 1. Weltkrieg erschwerte die politische Arbeit. Viele junge Menschen waren euphorisch in den Krieg gezogen.

Weimarer Republik und Faschismus

In den Anfangsjahren der „Weimarer Republik“ erlebte die Jugendbewegung einen Höhepunkt. Die Weltwirtschaftskrise stärkte die Ansicht vieler junger Parteimitglieder, dass nur eine starke Arbeiterbewegung die soziale Situation verbessern könne. Der Sozialismus bildete das theoretische Weltbild der Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ). Fast alle Mitglieder kamen aus dem Arbeitermilieu. Zur Politik der SPD äußerte sich der Verband nicht eigenständig.
Schon früh warnten die Jusos und die SAJ vor der drohenden Gefahr durch die Nazis. In den Endjahren der Weimarer Republik schloss sich die SAJ Schutzbündnissen wie dem „Reichsbanner” und der „Eisernen Front” an, um die junge Demokratie zu verteidigen. 1933 kam es zur Machtübernahme durch die Nazis. Alle sozialistischen, gewerkschaftlichen und kommunistischen Jugendverbände wurden verboten. Viele Jusos gingen ins Exil, andere leisteten aktiven Widerstand in Deutschland. Viele Jusos wurden verhaftet und in Konzentrationslagern ermordet.

Neubeginn und Linkswende

Direkt nach dem 2. Weltkrieg gründete sich die SPD wieder. Gleichzeitig richte die SPD die „Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten in der SPD“ ein. Dadurch sollten die Jusos eng an die SPD gebunden sein um so einen möglichen Linksruck zu verhindern. Eine eigene, inhaltliche Arbeit fand dabei selten statt. Mitte der 60er Jahre änderte sich dies. Die jungen Generation forderte einem gesellschaftlichen Wandel. Die Außerparlamentarische Opposition (APO) formierte sich und es kam zu Studierendenprotesten. Viele dieser 68er fanden ihren Weg in die SPD. 1969 kam es auf dem Juso-Bundeskongress in München zur „Linkswende“. Die Mehrheit sprach sich gegen die uneingeschränkte Loyalität gegenüber der SPD aus und forderte, mit eigenen Positionen ein kritisches Korrektiv gegenüber der Mutterpartei zu sein.

Doppelstrategie und Fall der Mauer

Die Jusos entwickelten sich zu einem eigenständigen sozialistischen Jugend- und Richtungsverband. Die Juso-Politik veränderte sich von Grund auf. „Doppelstrategie“ hieß das neue Zauberwort. Das hieß, in der Partei und in den gesellschaftlichen Bewegungen (Friedens-, Anti-AKW- und Antifa-Bewegung) arbeiten und die Inhalte der Bewegungen in die Partei bringen, um diese von links zu verändern.
Nach dem Fall der Mauer 1989, kam es 1991 in Potsdam zum Zusammenschluss der Jusos-West und der Jusos-Ost.

Die Jusos heute

Wir Jusos sind die Kraft, welche die SPD zu einer offenen und konstruktiven Auseinandersetzung mit allen linken Kräften in der Gesellschaft drängt. Dazu gehört für uns, sich gleichsam mit der Geschichte und der Gegenwart auseinander zusetzen, um nach echten politischen Alternativen zum neoliberalen Mainstream unserer Zeit zu suchen.

Unsere Geschichte ist alles andere als langweilig und sie ist ganz und gar nicht zu Ende.
Im Gegenteil: Jeden Tag passiert ein Stück davon und du kannst dabei sein.